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Absinth-Ritual
Man gebe Absinth in ein Absinthglas. Einen speziellen Absinthlöffel oder eine Gabel mit Zucker wird in Absinth getränkt und angezündet. Sobald der Zucker Blasen wirft oder karamelisiert, den Löffel in den Absenta tauchen und löschen. Sofort mit eiskaltem Wasser im Verhältnis 50 : 50 mischen, auf dass sich der Alkohol im Glas nicht noch einmal entzündet.
oder
Zunächst werden ca. 2 cl Absinth in das Absinthglas gegeben. Auf das Glas legen Sie den Absinthlöffel und darauf ein bis zwei Stück Würfelzucker. Nun übergießen Sie den Zucker mit kaltem Wasser. Bitte lassen Sie sich Zeit - zunächst nur etwas Wasser über den Zucker. Dieser soll sich auflösen und benötigt einige Zeit dabei. So wie er sich auflöst gießen Sie mehr Wasser nach. Gleichzeitig verdünnen Sie den Absinth mit Wasser in der Menge, wie Sie ihn geschmacklich bevorzugen. Je nach Anisgehalt des verwendeten Absinth verfärbt sich dieser milchig trüb oder nicht.
Absinth-Ritual (von einem Freund)
Auszug aus unserem Absinth-Forum
Das Flammenritual
Als ich nun zu meiner wohlverdienten abendlichen Ruhe gekommen war, begann ich mich wieder meiner neu erworbenen Zuckerwürfel zu erinnern. Es war ja auch mittlerweile düster geworden, also die wohl "rechte", abendliche Stunde.
Ich holte mir also in bester Vorfreude, ein im klaren, eiskalten Wasser gespültes Glas,
füllte es zur Hälfte mit Eis und begann nun unsere geliebte, über hundert Jahre alte Fee, "Mata Hari", schön langsam und genüsslich darüber fliessen zu lassen. Um auch genau zu sehen wie unser "Öl des Lebens" bis zu einem guten Drittel grünlich schimmernd das Glas füllte, senkte ich dabei meine Augen auf Glashöhe um auch alle sich auf dem Eis brechenden und schimmernden Lichtreflexe unseres Elexiers bestens beobachten zu können. Es war auch ein akustisches Erlebnis, ich erfreute mich am knackend brechenden Eis durch die bei Zimmertemperatur aufbewahrte Fee.
Das zweite Drittel des Glases füllte ich mit Wasser, das ich zuvor aus dem Kühlschrank
holte und freute mich mit einem Schauern selbst die Kälte zu fühlen, die das Glas beschlagen liess. Ganz zu schweigen von dem geschmacklichen Verlangen das mich beim Beobachten der weisslich schimmernden Verfärbung unserer Fee durch das frische Wasser durchfuhr. Natürlich wurde ich jetzt schon etwas kribbelig, aber das tollste stand ja noch bevor!
Ich legte also meinen Original SERPIS Löffel auf das Glas, zwei "Diamant" Zuckerwürfel darüber. Ich betrachtete zwei Würfel als durchaus ausreichend in anbetracht der Menge der Fee die sich bereits im Glas befand. Mein, ebenfalls mit Mata gefülltes Gewürzfläschchen, stand schon griffbereit und so begann ich nun beide Würfel mehrmals tropfenweise ausgiebig zu durchtränken. Als dann beide Würfel endlich durchunddurch die typisch grüne Farbe aufwiesen... griff ich zur Streichholzschachtel.
Mit unruhiger Spannung ratschte es an der Reibefläche und ich sah ein paar klitzekleine Funken in die unendliche Dunkelheit davonfliegen...
Psssschhhht!!!
Das Streichholz flammte hellgelb, bis das Zündmittel verbrannt war und sich die
Flamme der Ruhe des Holzes hingab, nun blaugelblich schimmernd... nahezu einem Kerzenschein.
Ich roch den Hauch von verbranntem bengalischen Feuer mit einem Flair das wohl nur ein Streichholz bieten kann. Jetzt endlich war die Zeit gekommen...
Whhoooppp!!!
Die im Dunkel der abendlichen Umgebung unsichtbare, an ihren Rändern bläulich schimmernde Flamme griff immer weiter um sich. Als sie sich anschliessend, durch die nach beiden Seiten aus den Würfeln ausfliessende Fee, über die gesamte Brennfäche des Löffels ausgebreitet hatte, erreichte sie eine Höhe von fast 7cm! und wippte im gewohnt-geliebten Takt unserer "la Fée verte". Ich beobachtete das Flammenspiel, war tief versunken, betrachtete die durch die Hitze der aufsteigenden Flamme in verzerrte Ferne gerückte Welt mit andren Augen und träumte vor mich hin.
Im gebannten Blickfeld hatte ich meine beiden Zuckerwürfel, die sich langsam an den Aussenkanten braun verfärbten und sich begannen aufzulösen um mit zäher Eleganz und einem ganz leisen "psst" ins Glas zu tropfen, das wohl der letzte Aufschrei der den Tropfen anhaftenden Flammen war als sie beim Auftreffen auf dem Eis ausgelöscht wurden.
Die Flamme erlosch, die Würfel waren grösstenteils hinweggetropft und ich griff mit schon recht zitternder Hand zum Löffel um den auf ihn verbliebenen Zucker mit eifriger Spannung im Glas zu verrühren. Als sich der, durch die Flammen am Griff handwarm gewordene Löffel nun langsam der Temperatur des Glases anpasste, wusste ich endlich...
Es war soweit !!!
mit absinthgrünem Gruss,
probiert's mal aus !
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